Best Practice & Open Space

Schlagen, treten, drohen: Immer häufiger greifen Teilnehmer rechtsradikaler Demos, AfD- und PEGIDA-Kundgebungen Journalistinnen und Journalisten an. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) beobachtet die Entwicklung mit Sorge und setzt sich dafür ein, dass Politik und Sicherheitskräfte künftig entschiedener gegen die Bedrohung von Medienschaffenden und gegen die damit verbundene Verletzung der Pressefreiheit vorgehen. Ein Instrument ist das Blog augenzeugen.info, das rechtsextreme Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten dokumentiert. Neben Augenzeugenberichten in Wort, Bild und Video kommen Experten und Politiker in Interviews zu Wort. Das Projekt wurde in zahlreichen Medienberichten erwähnt und findet auch in den zuständigen politischen Gremien und Behörden ein großes Echo.

Die Initiative „Literatur statt Brandsätze“ hat sich im Februar 2016 in unmittelbarer Reaktion auf die menschenfeindlichen Vorfälle in Sachsen gegründet. Fast 60 AutorInnen aus Sachsen und mit Sachsenbezug, unter ihnen Kerstin Hensel, Josef Haslinger und Clemens Meyer, möchten ein Zeichen gegen Unmenschlichkeit und Ausgrenzung setzen. Bei ihren Lesungen nimmt das Gespräch über die literarisch vermittelten Themen einen besonderen Stellenwert ein, um an der Stärkung von Dialog und konstruktiven Ausdrucksformen mit zu wirken. Die Lesungen finden bis Oktober 2016 in Kooperation mit Gemeinden, Kirchgemeinden, Vereinen, Gewerkschaftsgruppen, Kitas und Schulen in ganz Sachsen statt. Die Initiative arbeitet bisher rein ehrenamtlich. www.literatur-statt-brandsaetze.de

Bereits seit zwei Jahren organisieren Schülerinnen und Schüler des Städtischen Goethe-Gymnasiums in Bischofswerda Ausflüge, Feste und Deutschkurse für Geflüchtete. Im Herbst 2015 starteten die Jugendlichen das Projekt „Kultur entdecken – Brücken schlagen“, das seitdem Asylsuchende und Bischofswerdaer durch kulturelle Veranstaltungen erfolgreich zusammenbringt. Das Projekt schafft Anlässe für Begegnungen und baut somit Vorurteile ab. Geflüchtete werden ein Teil der Stadt und über die Begegnung entsteht Gemeinschaft. Zuletzt initiierten die Schülerinnen und Schüler das Projekt “Begegnung durch Cricket und Kultur”, seit April gibt es daher einen eigenen Cricket-Club.

Das Projekt war in diesem Jahr für den Preis der Staatsministerin für Kultur und Medien für Projekte zur kulturellen Teilhabe von geflüchteten Menschen nominiert worden. Wir freuen uns, dass die “Schüler für Geflüchtete” ihr Projekt auf unserem Kongress vorstellen.

Afeefa.de richtet sich als mehrsprachige Informations- und Vernetzungsplattform an alle Akteure im Themenbereich Asyl, Migration und Flucht. Ziel des Projekts ist die Vernetzung und Integration von geflüchteten Menschen und anderen MigrantInnen in der Zivilgesellschaft. So soll eine demokratische, menschenwürdige, inklusive und solidarische Gesellschaft gefördert werden. Ganz konkret bietet Afeefa.de eine Übersicht regionaler Anlaufstellen und Veranstaltungen, praxisorientiertes Hintergrundwissen und Raum für eigene Angebote oder Gesuche.

Das Projekt wird vom gemeinnützigen Dresden für Alle e.V. getragen und vom Land Sachsen für 2016 gefördert. Afeefa.de ging am im Juni 2015 für den Raum Dresden online. Wir kooperieren mit vielen Initiativen und Organisationen der Stadt, was sich am Umfang der Eintragungen auf der Plattform widerspiegelt. Darüber hinaus vernetzen wir uns deutschlandweit mit digitalen Machern und ähnlichen Projekten in dem Bereich.

Dresden Nazifrei hatte sich gegründet, um den damalig größten Naziaufmarsch Europas zu verhindern. Dieses Ziel haben wir Dank der Hilfe und Solidarität Tausender aus ganz Deutschland und darüber hinaus erreicht. Doch spätestens mit dem Aufkommen von PEGIDA ist klar, dass die Probleme in Sachsen systemischer Natur sind: Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet in Dresden ein Naziaufmarsch groß werden konnte, dass ausgerechnet hier eine rassistische Bewegung seit zwei Jahren auf die Straße geht!

Um die Zustände hier nachhaltig ändern zu können, braucht es mehr als eine punktuellen Kampagne, die die Verhinderung eines einzelnen Großereignisses zum Ziele hat. Es braucht konstantes, ganzjähriges Wirken und Handeln auf vielen Ebenen.

Dresden Nazifrei hat gerade eine neue, einjährige Kampagne für eine antirassistische Stadtgesellschaft gestartet – und in unserem Workshop werden wir unsere ersten Erfahrungen damit reflektieren.”

Wie berichtet man über Phänomene wie Pegida? Wie haben wir recherchiert zu den Protagonisten für unsere Reportagen? Wie geht man mit dem Lügenpresse-Vorwurf um, wie denkt die Redaktion über Pegida und welche Auswirkungen hat diese Bewegung auf die Stimmung in der Stadt?

Tobias Wolf, Reporter von der Sächsischen Zeitung, gibt Einblicke in die journalistische Arbeit zu Zeiten von Pegida.

Im Mittelpunkt dieses Best -Practice steht das Ziel, aufbauend gesundende Prozesse im Boden durch unser Tun zu ermöglichen. Hineinlauschen in das was ich sehe und höre und natürliche Prozesse reflektieren. Davon lernen und Sinn erzeugen. Im interkulturellen Park am Festspielhaus in Hellerau soll gesät und damit die Gründüngung in Gang gebracht werden. Gedanken und Begriffe die bei der gemeinsamen Gartenarbeit entstehen, sollen auf dem Gewächshaus oder dem Hochbeet(en) künstlerisch sichtbar gemacht werden. Um zu erleben, ob nachhaltige Impulse von diesem Best- Practice ausgegangen sind, stelle ich nachfolgend fotografische Momente aus dem Hochbeet zur Verfügung.

Mehr Informationen zum Golgi-Park finden Sie hier: http://www.hellerau.org/golgi-park-info

Über Geflüchtete kursieren dieser Tage viele Behauptungen und Gerüchte. Die Themen sind dabei so vielfältig wie die Erzählformen. Ob angebliche Sozialleistung, erfundenenes Fehlverhalten oder unbelegte Statistik, ob Stammtischgerücht, Zeitungsente oder Facebookmärchen – wenn falsche Behauptungen erst einmal in der Welt sind, werden sie zum Teil des Diskurses über Asylbewerber*innen. Die Hoaxmap widmet sich widerlegten Falschmeldungen. Auf einer Karte werden Gerüchte gesammelt, verschlagwortet und visualisiert. Das Projekt soll als Nachschlagewerk für Menschen dienen, die mit Gerüchten
konfrontiert werden. Nutzer*innen können hunderte Falschmeldungen nach konkreten Orten, Kategorien oder Stichworten filtern. Hoaxmap möchte damit einen Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz leisten, verbreitete Nachrichten – vor allem in sozialen Netzwerken – kritisch zu hinterfragen.

Die Initiative Pogrom91 arbeitet gegen das Verdrängen und Vergessen der Geschehnisse vom September 1991. Mit ihrer Arbeit möchte die Initiative ein Denkmal zur Erinnerung an das rassistische Pogrom errichten – in Hoyerswerda wie auch in den Köpfen der Menschen.

Unser Ziel besteht darin, alle in Seenot befindlichen Menschen vor dem Tod durch Ertrinken zu bewahren. Dabei konzentrieren wir uns verstärkt auf das Seegebiet, in welchem zurzeit weltweit am meisten Menschen sterben – dem zentralen Mittelmeer. Mit einem weiteren Rettungsschiff werden wir die Patrouillendichte im Suchgebiet entlang der langen libyschen Küste verstärken. Dabei kooperieren wir mit anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen, um wirksam Menschen aus Seenot zu retten. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass in diesem Sommer mit 100.000 Menschen zu rechnen ist, die die gefährliche Überfahrt in seeuntauglichen Schlauchbooten wagen werden.

Unser Projekt sehen wir auch als praktischen Gegenentwurf zu der unmenschlichen Bewegung, die sich seit Pegida und AfD in Deutschland ausbreitet. Mit den Teilnehmer*innen möchten wir über die Möglichkeiten diskutieren, die das Rettungsschiff über die praktische Wirkung im Mittelmeer hinaus haben kann. Gibt es möglicherweise auch Auswirkungen auf die Gesellschaft in Sachsen?

Weitere Informationen: www.seenotrettung.info

Im Rahmen dieses Best – Practices wird das Wohnheim und das Projekt K9-kreativ-integrativ (Projektschmiede gGmbH) vorgestellt. Besonders durch die Erfahrungsberichte von drei Bewohnern, wird die Vorstellung mit Bildern und Leben erfüllt.

Wenn viele Menschen aus unterschiedlichen Ecken der Stadt und des Landes zusammenkommen, dann gibt es neben zahlreichem Input auch viel Bedarf an Zeit für Austausch auf dem Kongress geben. Dieser Austausch regt dann zu neuen Ideen an. Wir hoffen, dass Ihr Teilnehmenden ohnehin viele neue Ideen für Möglichkeiten des Engagements gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mitbringen werdet. All diese Schätze wollen wir gemeinsam heben und sichtbar machen. Für Gespräche und Austausch geben wir uns im Open Space den notwendigen Raum und die notwendige Zeit. Hier wird gesammelt, gebrainstormed, ausgetauscht, verworfen und vielleicht ja eine neue Initiative geboren. Erfahrene Moderatorinnen und Moderatoren begleiten Euch und unterstützen Euch bei der Sichtbarmachung der Ergebnisse.

Tobias Heinemann und Esther Uhlmann von der Firma ipunct.de